Dachpappe entsorgen

Dachpappe wird seit etwa 170 Jahren verwendet, um Dächer gegen Feuchtigkeit abzudichten. Anfangs war es in Teer getränkte Pappe, später kam auch Bitumen zum Einsatz. Daraus leiten sich die allgemein gebräuchlichen Begriffe wie Teerpappe, Bitumenpappe und Asphaltpappe ab. Bei Neubauten ist nur noch teerfreie Dachpappe erlaubt, die als Bitumen-Schweißbahnen, Bitumen-Dachbahnen oder Dachdichtungsbahnen bekannt sind.

Wo Sie alte Dachpappe entsorgen können, was dabei zu beachten ist und welche Kosten entstehen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Welche Arten von Dachpappe gibt es?

Während heute ausschließlich teerfreie Dachabdichtmaterialien erhältlich sind, wird bei der Entsorgung von Dachpappe zwischen Teerdachpappe und Bitumendachpappe unterschieden. Teerhaltige Pappe ist als überwachungsbedürftiger Abfall eingestuft und darf nicht mit anderen Materialien vermischt werden. Wir entsorgen beide Dachpappenarten fachgerecht, sofern die Abfälle nachweislich frei von Asbestfasern sind.

Teerpappe

Wesentliche Bestandteile der Teerdachpappe sind Pappe als Trägermaterial und Steinkohlenteer beziehungsweise Steinkohlenpech als Tränkmasse. Dazu kommt eine Schicht aus Kies, Sand oder anderem körnigen Material auf der Oberseite.

Da Inhaltsstoffe dieses Teers als krebserregend und umweltschädigend gelten, darf Teerpappe nicht mehr hergestellt und verbaut werden. Deshalb fällt geteerte Dachpappe nur noch bei der Dachsanierung oder dem Abriss älterer Gebäude als Abfall an.

Asbest

In der Natur kommen mehrere Sorten von Asbest wie Weißasbest und Blauasbest vor. Alle Arten sind feinfaserige Silikatmineralien. Wegen seiner isolierenden Wirkung, chemischen Beständigkeit und anderen Eigenschaften wurde Asbest häufig in Werk- und Baustoffen verwendet.

Zugleich gilt Asbest schon lange als krebserregend, inzwischen sind Asbestfasern als Karzinogene der Kategorie 1 eingestuft.

Die Herstellung und Verwendung von Asbest wurde in Deutschland 1995 und europaweit 2005 verboten. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die sogenannte Wunderfaser auch Teer- und Bitumendachpappe zugesetzt. Zum Beispiel Bitumenschindeln und Preolitschindeln aus früheren Baujahren können mit Asbestfasern belastet sein.

Der Asbestgehalt in Dachpappe lässt sich nur durch eine spezielle Analyse sicher ausschließen oder nachweisen.

Asbesthaltige Dachpappe ist ein überwachungsbedürftiger Abfall. Bei der Entsorgung sind die Vorschriften der Gefahrenstoffverordnung und die TSRG 519 zu beachten.

Bitumenpappe

Schon vor Tausenden Jahren dichteten Bauherren Mauern mit Naturasphalt, also natürlichem Bitumen gegen Feuchtigkeit ab. Anfang des 20. Jahrhunderts kam industriell hergestellte, bitumenhaltige Dachpappe auf den Markt. Das Bitumen dafür fiel quasi als Abfallprodukt bei der Erdöldestillation an.

Bis heute wird Bitumendachpappe als zweite Dachhaut unter den Ziegeln oder als Oberlage für flach geneigte Dächer verwendet. Statt Pappe dienen heute Gewebe aus Jute, Glasfaser- und Polyesterflies und andere Materialien als Trägereinlage. Dem Bitumen werden oft Polymere oder Elastomere zugesetzt, um besonderen Belastungen standzuhalten.

Bitumenpappe lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen:

  1. Dünnere Dachdichtungsbahnen: werden lose verlegt, durch Bitumenklebemasse verklebt oder mittels Heißbitumen mit dem Untergrund verschweißt
  2. Dickere Bitumen-Schweißbahnen: werden durch Flämmen verschweißt; die Oberseite ist besandet oder beschiefert; die Unterseite ist mit Talkum oder Folie beschichtet
Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz sind Bitumenabfälle nicht überwachungsbedürftig. Asbestfreie Bitumendachpappe fällt damit unter Abfälle, von denen keine Gefahr für Gesundheit und Umwelt ausgeht.

Was ist bei der Entsorgung von Dachpappe zu beachten?

Bei Verdacht auf Asbest ist noch vor Beginn der Arbeiten eine Analyse nötig. Falls Asbestfasern nachgewiesen sind, gilt die Gefahrstoffverordnung.

Grundsätzlich gilt: Als Dachpappe werden ausschließlich asbestfreie Teerdachpappe und Bitumendachpappe entsorgt. Ein Nachweis ist erforderlich!

Für Kleinkunden können auch Dachpappe ohne Analyse bei Holzkontor Preussen abgegeben werden. Kontaktieren Sie uns dazu einfach.

Besondere Sorgfalt ist bei der Entsorgung von Teerpappe angesagt. Wie alle teerhaltigen Produkte gilt Teerdachpappe als krebserregend. Deshalb ist sie als überwachungsbedürftiger Abfall eingestuft und zählt damit zum Sondermüll.

Egal ob teerhaltig oder teerfrei, Dachpappe gehört nicht in den Hausmüll. Sie darf weder im Freien noch für längere Zeit zwischengelagert werden. Das gilt für gewerbliche Baustellen genauso wie für Privatgrundstücke. Denn durch Niederschläge können Schadstoffe aus dem Abfall in den Boden und ins Grundwasser gespült werden.

Bestellen Sie deshalb rechtzeitig einen geeigneten Container oder wickeln sie die Dachpappe in geeignete Folien ein.

Fallen beide Dachpappenarten an, sind sie getrennt zu behandeln, außerdem darf Dachpappe nicht mit anderen Abfällen vermischt werden.

Nicht in die Container für Dachpappe gehören zum Beispiel:

  • Metalle

  • Beton

  • Bauschutt

  • Mineralwolle

  • Dachabdeckungen aus Polymer- und Textilstoffen

Welche Möglichkeiten der Entsorgung gibt es?

Entsorgung auf dem Wertstoffhof

Kleine Mengen Dachpappe können Sie direkt zum Wertstoffhof oder zu uns bringen, größere Mengen entsorgen wir mit Container. Hier ist zu beachten, dass sowohl bei Bitumen- wie auch bei Teerpappe ein Nachweis vorliegt, dass der Abfall asbestfrei ist.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, damit wir Abholungen und Anlieferungen vereinbaren können.

Entsorgung mit Containern

Für die Entsorgung von Dachpappen sind Container mit und ohne Deckel in verschiedenen Größen verfügbar. Die Abfallcontainer werden von geschultem Personal geliefert. Sorgen Sie bitte rechtzeitig für freie Anfahrtswege, Platz zum Rangieren und ausreichend Stellplatz. Eventuell müssen Sie dazu eine Halteverbotszone einrichten lassen und eine Sondernutzung des öffentlichen Straßenraumes beantragen.

Wo können Sie Ihre Dachpappe fachgerecht entsorgen?

In Kooperation mit Berlin Recycling GmbH betreiben wir eine Dachpappenverwertungsanlage, in der wir teer- und bitumenhaltige Dachpappe fachgerecht entsorgen.

Wenden Sie sich bitte an Berlin Recycling oder direkt an uns.

Was kostet die Entsorgung von Dachpappe?

Die Entsorgungskosten, den Preis für das Aufstellen der Container und eventuell weiter anfallende Kosten erfahren Sie auf Anfrage.

Wie und warum wird Dachpappe recycelt?

Generell wird Dachpappe energetisch verwertet. Zuvor ist eine Aufbereitung in folgenden Schritten nötig:

  • Sortieren und Trennen von Fremdstoffen
  • Zerkleinern
  • Klassifizieren
  • Konditionierung

Energetische Verwertung von Dachpappen

Wir bereiten die Abfälle in unserer Dachpappenaufbereitungsanlage nach obigem Schema auf und verarbeiten sie zu Ersatzbrennstoffen für den Einsatz in thermischen Großanlagen der Zementindustrie.

Der Heizwert von Dachpappen liegt zwischen 20.000 bis 25.000 kJ/kg.

Durch diese energetische Verwertung von Dachpappe kann der Anteil fossiler Brennstoffe gesenkt werden.